| Warum wurden die Toten
mumifiziert? Die christliche Religion glaubt, dass unsere Seele gen Himmel steigt und der leblose Körper zerfällt. Für die alten Ägypter war aber ein Weiterleben ohne den Körper nicht möglich. Denn ein zerstörter Körper konnten der Ba nicht wieder erkennen und so auch nicht weiter existieren. Deswegen entwickelten sie die Mumifizierung um den Körper nicht zerfallen zu lassen. Doch wie kamen sie zu so einer Vorstellung? Ein Schlüsselerlebnis könnte in der prädynastischen Zeit passiert sein. In dieser Zeit vergrub man die Toten einfach im Wüstensand. Die Trockenheit Ägyptens und die daraus entstandene Hitze des Sandes entzogen dem Körper alle seine Flüssigkeiten und gaben den Verwesungsbakterien keine Nahrung - die Toten wurden auf natürliche Weise mumifiziert. Man fand die gut erhaltenen Körper und war sich sicher, dass man nur durch Erhaltung des Körpers nach dem Tode weiterleben kann. Als man begann die Verstorbenen in aufwendige Gräber zu bestatten stand man vor dem Problem, wie man den Körper vor dem Zerfall schützen könnte - der Anfang der Mumifizierung. |
| Die
Einbalsamierung Die Mumifizierung wurde von Einbalsamierern
in Werkstätten außerhalb von Städten, meistens in der Nähe der Totennekropolen
vollführt. In einigen Mumien fand man Pflanzenreste. Die Einbalsamierung
könnte also im Freien stattgefunden haben. 1. Das Gehirn wurde mit einem Eisenhaken (bis 40 cm Länge) durch die Nase gezogen. Dazu musste es vorher mit dem Haken verquirlt werden, damit es besser durch die Nase fließen konnte. Manchmal holte man das Gehirn auch durch ein Loch im Hinterkopf. 2. Erhitztes,
dünnflüssiges Salböl wurde in den Schädel gegossen, wo es erstarrte. Salböl bestand
aus Koniferenharze (Harze von Nadelbäumen), Bienenwachs, aromatisierende Öle aus
Pflanzen und manchmal auch aus Bitumen (Erdpech mineralischen Ursprungs). Koniferenharze
und Bitumen mussten extra aus Palästina importiert werden. 3. Mit einem scharfen Stein schlitzte man den Bauch auf und entfernte die Eingeweide. Sie wurden gereinigt, mit Palmwein ausgespült und mit Natronsalz behandelt. Nur das Herz, für die Ägypter Sitz des Fühlens und Denkens wurde im Körper gelassen. Manchmal ersetzte man auch das Herz mit einem magischen Herzskarabäus. Die anderen Eingeweiden wurden in Leinen eingewickelt und in den dafür vorgesehenen Kanopen gelegt. |
|
5. Nach 35 - 40 Tagen goss man etwas Salböl in den Körper und rieb ihn damit ein. Es war wieder dasselbe Salböl wie für die Schädelfüllung benutzt wurde. 6. Die von den Eingeweiden entleerte Leibeshöhle füllte man nun mit Leinen oder Sägespäne aus, manchmal auch mit Nilschlamm, eher selten mit Eichenmoos. Dadurch versuchte man den vom Wasserentzug eingefallenen Körper wieder natürlicher aussehen zu lassen. 7. Da auch die Augäpfel durch den Wasserentzug stark schrumpften, setzte man einfach Leinenbäusche oder kleine Küchenzwiebeln ein. 8. Nun wurde der Schnitt im Bauch verschlossen. Das geschah nach Herodot durch Zunähen. Meistens aber verschloss man den Schnitt mit Leinen, einer Wachsplatte oder bei bedeutenden Persönlichkeiten, wie dem Pharao, mit einem dünnen Goldblech. 9. Zum Schluss wurde der Körper noch mit Leinen umwickelt. Dazu benutzte man ausgediente Haushalts- und Bekleidungstextilien, die man in Streifen riss. Um den Körper mehr halt zu geben, legte man ihn manchmal auf ein Brett (das ebenfalls mit eingewickelt wurde) oder steckte ein Stock vom Brustkorb entlang zur Halswirbelsäule bis in den Kopf hinein, um den Kopf fester am Brustkorb zu fixieren. Zwischen den Binden legten die Einbalsamierer magische Amuletten zum Schutz (siehe "Amulette"). Auf den Kopf setzte man eine Mumienmaske mit idealisierten Zügen - also mit einem jugendlichen und schönen Antlitz. Über der letzten Schicht Leinen wurde dann ab der 21. Dynastie noch ein Netz aus Fayenceperlen gelegt, auf dem ein Herzskarabäus, die 4 Horussöhne und manchmal auch noch andere Schutzamulette genäht wurden. Darüber streifte man noch kunstvolle Blumenkränze. 10. Die Mumie wird in einen oder in mehreren Sarkophagen gelegt. Im Alten und Anfang des Mittleren Reiches hatten die Särge noch Kastenform, danach wurden sie in menschlicher (anthropomorpher) Gestalt angefertigt. |
Die Entwicklung der Mumifizierung um 3000 v. Chr.: Alte Reich: Mittlere Reich: Neue Reich - Griechische Zeit: Römische -
Koptische Zeit: |