Ein schönes Jenseits nur für die Reichen?

Riesige Pyramiden. Bis zu 100 m lange Gräber in den Fels gehauen. Teure Mumifizierungen und kostbare Grabbeigaben. So etwas konnte sich kein normaler Bürger leisten. Klar, dass sich viele Gedanken darüber machten, ob das Leben nach dem Tod überhaupt besser ist als das jetzige Leben. Keine oder kaum Uschebtis, die ihnen bei der Feldarbeit helfen könnten, kaum Spiele und Schmuck, an denen man seine Freude haben könnte und das noch für die Ewigkeit. Aber wie wurde die arme Schicht überhaupt bestattet? Eine Einbalsamierung konnte sich natürlich kaum einer leisten, ein schmuckvoller Sarkophag schon gar nicht. Also vergrub man den Toten auf einem Holzbrett oder einer Sisalmatte im heißen Wüstensand und gab ihm nur ein paar Habseligkeiten mit - wenn überhaupt, denn immerhin konnte sich die hinterbliebene Familie selbst kaum etwas leisten.
Trost lieferten ein paar Texte, die besagten, dass das jenseitige Leben nicht von einer üppigen Grabausstattung, sondern von einem ehrenhaften und gesetzesvollem Leben im Diesseits abhing. Trost würde heute auch die Tatsache geben, dass sich die Toten im heißen Wüstensand weit besser gehalten haben, als so manche Königsmumien, die teuer und mit viel Aufwand mumifiziert und deren Grabbeigaben eh schon nach ein paar Jahren oder Jahrzehnten geraubt worden sind.