Jagd und Sport

Schwimmen und Fischerstechen

Sehr beliebt im Land am Nil

Obwohl die Quellen sehr rar sind, können wir doch bei dem heißen Land Ägypten davon ausgehen, dass alles, was irgendwie mit Wasser zu tun hatte, zu den Lieblingsbeschäftigungen der alten Ägypter gehörte.

Schwimmen

Geschwommen wurde im Nil und bei den Reichen im privaten Gartenteich. Auf Abbildungen wird eine Art Kraulschwimmen gezeigt, wobei die Beine von oben nach unten ’strampelten‘. Die Ägypter waren der Meinung, dass sie als einziges Volk des Schwimmens mächtig waren. In der Schlacht von Kadesch unter Ramses II. wird der Fürst vonKadesch nur durch das beherzte Eingreifen seiner Männer gerettet, die ihn aus dem Wasser herausziehen und ihn peinlicherweise auf dem Kopf stellen, damit das von ihm geschluckte Wasser aus ihm herausfließen konnte.

Schwimmunterricht

Zumindest für die Kinder des Königs und der Adligen gehörte Schwimmunterricht zu einer guten Ausbildung. Der Gaufürst Cheti aus Assiut, der in der 1. Zwischenzeit lebte, berichtet in einer Grabinschrift stolz, dass er zusammen mit den Königskindern in Schwimmen unterrichtet wurde. Aber auch das niedere Volk war des Schwimmens mächtig. Vor allem für die Fischer war es überlebenswichtig. Sie schwammen neben den Booten und tauchten nach den Fischernetzen, um nach dem Rechten zu sehen und sie einzuholen. Natürlich mussten sie dabei immer vorsichtig sein, denn in der Nähe lauerten oft gefräßige Krokodile.

Fischerstechen

Fischerstechen im Grab Nianchchnum und Chnumhotep

Wenig zimperlich ging es beim Fischerstechen zu.
Grab des Grab Nianchchnum und Chnumhotep, Sakkara
Altes Reich, 5. Dynastie

Mit dem heutigen gemütlichen Angeln kann man ‚Fischerstechen‘ nun gar nicht vergleichen. Die Männer teilten sich in mehreren Gruppen auf und bestiegen mit drei oder vier Männern ein kleines Papyrusboot. Mit spitzen Holzstäben versuchten die Männer pfeilschnell die Fische aufzuspießen. Der am Bug stehende Insasse versuchte mit seinem Holzstab, den anderen aus dem gegnerischen Boot in den Fluss zu stoßen. Auch die anderen Männer halfen manchmal mit und sie waren dabei nicht gerade zimperlich. Sie schrien sich Sprüche zu wie „Öffne ihn an seinem Kasten!“1, was so viel heißt wie „Schlag ihm den Schädel ein!“

1W. Gu­gliel­mi, in: LÄ II (1977) 243, zi­tiert aus Wolf­gang De­cker: Sport und Spiel im Alten Ägyp­ten, S.110