Senet & Co – Spiele für Erwachsene und Kinder

Spiele für Kinder

Inhaltsverzeichnis

Spiele, wie wir sie noch heute kennen

Schon die kleinen Ägypter waren sehr kreativ, was ihre Freizeitbeschäftigung anbetraf. Schließlich galt es besonders bei den armen Schichten, aus wenigen Mitteln möglichst viel zu machen. Dabei blieben die Jungen und Mädchen meistens unter sich.

Die hier beschriebenen Spiele sind noch nicht einmal alle, die in nur 5 Gräbern des Mittleren Reiches dargestellt wurden. Bei manchen bleibt uns der Sinn des Spiels verborgen. Im Neuen Reich bricht die Darstellung von spielenden Kindern plötzlich ab, und so werden noch viele Spielideen der Ägypter ein Geheimnis für uns bleiben.

Wer ist geschickter? Wer stärker? Wer gewandter?

Drehkreisel

Drehkreiselspiel „Errichten einer Weinlaube“
© Jon Bodsworth
Grab des Mereruka, Sakkara
Altes Reich, 6. Dynastie

Viele Spiele ähneln denen, die wir noch aus unserer Kindheit kennen. Neben Bockspringen, Fangen und Raufen gab es eine Art Tauziehen, das bei den Jungs sehr beliebt war. Zwei Jungen hielten sich an ihren Handgelenken fest und stützen die Füße gegeneinander. Dann fingen sie feste an zu ziehen. Unterstützung erhielten sie von anderen, die ihre Hände um die Hüfte des jeweiligen Vordermanns legten.

Gleichgewichtsspiele

Es gab auch eine Reihe an Gleichgewichtsspielen, wie das so genannte Eselspiel, bei dem ein Kind auf dem Rücken eines Erwachsenen versuchen musste, das Gleichgewicht zu halten. Oder eine Person versuchte, auf allen Vieren auf den Schultern einer Reihe Schreitender nicht herunterzufallen. Eines der bekanntesten Spiele aus dieser Reihe war das Drehkreisspiel. Zwei Kinder in der Mitte wirbelten dabei ihre Kameraden mit hoher Geschwindigkeit im Kreis herum. Das Spiel heißt übersetzt „Errichten einer Weinlaube“. Der Schwindel muss ähnlich wie nach dem Genuss von zu viel Wein gewesen sein.

Ballspiele

Kinder beim Ballspiel

Vier Mädchen spielen ein Huckepack-Ballspiel.
Nachzeichnung aus dem Grab des Baket, Beni Hassan
Mittleres Reich, 12. Dynastie

Das Ballspiel scheint ein typischer Zeitvertreib für das weibliche Geschöpf gewesen zu sein. Abbildungen zeigen ausschließlich Frauen und junge Mädchen beim Ballspiel. Die Bälle bestanden zumeist aus bis zu 12 Lederstreifen, die um einen Kern aus Stroh, Schilf, Haaren, Garn oder Spreu zusammengenäht waren.

Jonglieren

Das jmd würde man heute als Jonglieren bezeichnen. Drei Bälle hielt man gleichzeitig in Bewegung. Um das Ganze noch schwieriger zu gestalten, wurden die Bälle mit gekreuzten Armen aufgefangen. Das andere Spiel rwjt hatte durch rhythmisches Zuwerfen seinen Reiz. Je drei Spielerinnen standen sich gegenüber. Die beiden äußeren bestimmten durch ihr Klatschen die Geschwindigkeit des Ballwerfens. Erst wenn ein Mädchen in die Hände klatschte, durfte der Ball geworfen werden. Eventuell musste das Mädchen nach dem Wurf ihrer Hinterfrau Platz machen, damit sie den nächsten Ball fangen konnte.

Huckepack-Ballspiel

Eine andere Variante ist ein Huckepack-Ballspiel, bei dem jeweils ein Mädchen auf dem Rücken eines anderen saß und sich mit ihrem Gegenüber Bälle zuwarf. Wenn ein Kind den Ball fallen gelassen hatte, musste es den Platz vermutlich mit der Trägerin tauschen.

Kegelspiel

In einem Grab fand man noch eine Art Kegelspiel. Ein Satz Kegel musste mit einer Kugel getroffen werden, die durch ein aus drei Steinen gebildetes Tor gerollt werden musste.