Vom Ba und Ka

Wenn ein Element stirbt

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Der endgültige Tod

Wenn eines dieser Elemente nach dem Tod ausgelöscht wurde, z.B. durch Vernichtung des geschriebenen Namens oder wenn ein Grabräuber die Mumie des Grabherrn zerstörte, starb er den zweiten und endgültigen Tod.

Ebenso zum endgültigen Tod verurteilt waren die Verstorbenen, wenn sie die Gefahren, die während ihrer Reise durch die Unterwelt auf sie lauerten, nicht heil überstanden. Wenn sie vor dem Totengericht des Osiris versagten, fraß ein Monster ihr Herz (ib) auf und der Verstorbene kam in die Verdammnis, wo er gepeinigt und gefoltert wurde.

Der Schatten des Verstorbenen steht vor seinem Grab
Grab des Nebenmaat (TT219), Deir el-Medinah
Neues Reich, 19./20. Dynastie

Kein Wunder also, dass die Ägypter sich mit allerlei Hilfsmitteln für ihr Leben nach dem Tod ausrüsteten. Ein so genanntes → Totenbuch sollte als Wegweiser für eine sichere Fahrt durch die Unterwelt dienen. Götter breiteten ihre Arme schützend um die Sarkophage aus und bewachten die Kanopen – die Behälter in welchen man die Eingeweide legte. Schutzbringende Amulette legte man den Toten zwischen die Mumienbinden.

Doch auch, wenn der Verstorbene die Reise durch die Unterwelt ohne Schaden überstand, musste weiter für ihn gesorgt sein. Denn nur mit magischen Texten, Ritualen und Kultopfern konnten seine Seelen in den Körper zurückkehren und er immer wieder auferstehen und als vergöttlichtes Ach-Wesen ein Leben im Reich des Gottes Osiris genießen, der ebenfalls den Tod überwunden hatte (→ Der Osiris-Mythos).