Vor dem Totengericht des Osiris

Erwache! - Zwei Helfer für die Ewigkeit

Ertrunkene
Im Nil Ertrunkene wurden direkt zu dem jenseitigen Fluss gespült und durften, obwohl ihre Körper nicht einbalsamiert waren, dennoch in den „seligen Gefilden“ leben.

Der Sonnengott Re als Garant für ein ewiges Leben

Über allem strahlte der Sonnengott Re, auf dessen Barke die Götter und die verstorbenen Pharaonen reisten. Er schenkte den Verklärten unter großem Jubel zusätzliche Speisen und Getränke, wie nach Gewürzen duftendes Fleisch und Geflügel, schmackhaften Wein und kühlendes Bier. Sogar frische Kleider verteilte er.

Sein Licht und die lebenswichtige Luft, die er ebenfalls großzügig spendete, waren Garant für ein verklärtes Leben im Jenseits. Wenn die Nachtstunde vorüber war und der Sonnengott weiterfuhr, kehrte wieder Stille in das Jenseits. Ächzend und klagend legten sich die Körper zurück in ihre Mumienbinden, während die Ba-Seelen wieder dem Sonnengott folgten, der am nächsten Morgen im Osten zu seiner Tagesfahrt in die Welt der Lebenden aufbrach.

Feuer!
Grabräuber legten nach der Plünderung des Grabes ein Feuer, um das Leben des Bestohlenen komplett auszulöschen und sich so vor der Verfolgung des Verstorbenen zu schützen.

Doch nur Osiris ermöglichte Ihnen dieses Leben nach dem Tod

Aber trotz der großen Bedeutung des Sonnengottes wussten die Ägypter, dass nur Osiris ihnen dieses Leben nach dem Tod ermöglicht hatte. Denn er war derjenige, der mit Hilfe seiner Schwestergattin Isis den Tod überwunden hatte und fortan in der Duat weiterlebte. Und danach strebten auch die alten Ägypter.

Und so war Osiris der unbestrittene Herrscher der Unterwelt, der sich jede Nacht mit der Ba-Seele des Re vereinigte, genauso wie die Ba-Seelen der Verstorbenen sich mit ihren Körpern vereinigten, um immer wieder aufs Neue aufzuerstehen – bis in alle Ewigkeit.