Vor dem Totengericht des Osiris

Die Verdammnis – ein Ort ewiger Qualen

Ein Leben in Dunkelheit

Wenn das Herz des Verstorbenen die Wägprüfung des Totengerichts nicht bestand und Ammit sein Herz verschlang, gab es für den Toten keine Rettung mehr. Die Verdammten mussten in ewiger Dunkelheit und völliger Stille leben. Kopfüber standen sie und keine Nahrung und kein erfrischendes Wasser rann durch ihre Kehlen. Sie mussten sich von ihrem eigenen Kot ernähren und ihren eigenen Urin trinken.

Die Schlange "Großer Feuriger

Die Schlange „Großer Feuriger“ speit Feuer gegen die gefesselten Sünder.
Grab Tausret/Sethnacht (KV14), Theben-West
Neues Reich, 19./20. Dynastie

Feuer gegen die Verdammten

Gefesselt wurden sie wie Schlachtvieh zu abscheulichen Dämonen geführt, aus deren Augen und Mündern Feuer züngelten. Diese Dämonen konnten Köpfe abschlagen und Hälse abtrennen, sie peinigten und folterten und große Flammen aus ihren Messern sorgten für unendliche Qual. Eine Riesenschlange, „Großer Feuriger“, spie einen alles versengenden Flammenstrahl gegen die Verdammten.

Ihre Körper, Bas und ihre Schatten wurden in Gruben versenkt, aus denen große Flammen loderten. Oder ihre Körper wurden in einen riesigen Feuersee geworfen, der sich mit ihrem eigenen Blut vermengte und über dem ein bestialischer Gestank wehte. Feuer und die Vernichtung des Körpers waren die schlimmsten Strafen im alten Ägypten – der endgültige Tod für den Körper und seinen Seelen waren die Folge.