Pharao = Gott?

Pharao = Gott? - Schlussbetrachtung

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Ein Gott unter den Menschen?

Machtspiele und Unterdrückung gab es bei den alten Ägyptern in der Regel nicht, denn das widersprach der Maat. So kam man während der 3000-jährigen Geschichte ohne Despoten (zumindest wenn ein Einheimischer regierte) aus, was bei anderen Zivilisationen unter der Herrschaft eines Königs selten zu finden war. Und nicht zuletzt diesem Umstand ist es zu verdanken, dass sich in Ägypten eine kulturelle und geistige Hochkultur entwickeln konnte.

Königswürde wurde niemals angezweifelt

Die Königswürde wurde in der 3000-jährigen Geschichte niemals angezweifelt (wenn auch teilweise parodiert). Selbst als Echnaton den Menschen verbot, die bisherigen Götter anzubeten, gab es keinen öffentlichen Widerstand oder Kritik an seiner Person, auch wenn im Geheimen die alten Götter weiterhin verehrt wurden. Fremdherrscher wurden zwar gehasst, aber im Großen und Ganzen dennoch akzeptiert. Wer wagte es damals auch schon, einen von den Göttern eingesetzten Herrscher in Frage zu stellen? Einen Herrscher von göttlicher Geburt? Der mit den Göttern im ständigen Kontakt stand?

Kein Gott unter den Menschen

Der Pharao hatte ja angeblich einen guten Draht zu den Göttern, aber ein Gott war er dadurch noch lange nicht. Denn ein solcher verliert nie seine göttliche Kraft, ein menschlicher Herrscher Ägyptens allerdings schon. Und so musste sich ein ägyptischer Herrscher nach spätestens 30 Regierungsjahren bestimmten Ritualen unterziehen, die seine schwindende Kraft und seine göttliche Energie wieder erneuerte. Denn die Ägypter hatten vor nichts mehr Angst, als durch einen schwachen Pharao die kosmische Ordnung zu verlieren und dadurch vom Chaos überrollt zu werden. Nicht bewiesen ist die daraus resultierende Vermutung, dass Herrscher aus früher Zeit nie an Altersschwäche gestorben sind, sondern beizeiten einfach abgemurkst wurden.

Der Pharao hatte zwar göttliche Eigenschaften aber er blieb immer noch Mensch.