Ägyptische Religion

Aus zwei macht eins

Keine andere Religion der Antike hatte einen so komplexen Glauben wie die alten Ägypter.

Aus der 21. Dynastie ist uns ein Re-Harachte-Ptah-Sokar-Osiris bekannt.
Namensrekord!

amun-re

Der Gott Amun-Re mit seiner typischen hohen Federkrone. Hier trägt er zusätzlich noch das Widdergehörn mit Sonnenscheibe
Tempel von Deir el-Bahari, Neues Reich, 18. Dynastie

Unbedeutende lokale Gottheiten gewannen auf einmal an Bedeutung und stiegen hinauf in den ägyptischen Pantheon. Dort saßen sie nun zusammen mit anderen Göttern, welche die gleichen Eigenschaften wie sie selbst besaßen. Der Ägypter hatte nun die Qual der Wahl, welchen Gott er denn nun anbeten sollte.

Viele Götter wurden miteinander verbunden

Viele Götter mit ähnlichen Eigenschaften wurden dann einfach miteinander verbunden. Der Gott Re erreichte irgendwann eine so großartige Rolle, dass er als Schöpfer der Welt angesehen wurde und andere Schöpfergötter in ihm „wohnen“ konnten. So wurde aus Re, Atum und Chnum: Re-Atum und Chnum-Re.

Als der Gott Amun, vormals kleine Lokalgottheit von Theben, immer mehr an Macht gewann, stand er irgendwann auf einer Stufe mit dem Sonnengott Re. Um Amuns Bedeutung als neuer Star am Götterhimmel zu unterstreichen, verbanden die Ägypter Amun mit Re – Amun-Re.

Die Verbindung zweier oder mehrerer Götter zu einem einzigen konnte also aus folgenden Gründen geschehen

  • ähnliche Eigenschaften
  • gleiches Aussehen, gleiche Attribute (z.B. eine Feder auf dem Kopf)
  • um einen vormals unbedeutenden Gott in den Rang eines „großen Gottes“ zu hieven

Die Ägypter müssen schon fast eine diebische Freude daran gehabt haben, nach solchen Verbindungen zu suchen. Dies würde zumindest die Vielzahl an Doppelnamen und sogar Mehrfachnamen erklären.