Ägyptische Religion

Ihr Wesen – gut und böse

Ohne Götter ging nichts im Land Ägypten. Sie entschieden über Leben und Tod, Licht und Dunkelheit, Ordnung und Chaos. Alles was die alten Ägypter am Himmel und auf der Erde beobachteten, war die Folge und Demonstration einer göttlichen Handlung. Naturphänomene gingen auf das Konto der Götter. Krankheiten waren die Schuld von übellaunigen Gottheiten. Kurzum das Schicksal ihrer Welt lag in den Händen der Götter – bis über den Tod hinaus.

Es gab nicht nur gut und böse

Doch die alten Ägypter hatten kein Schwarz-Weiß-Denken und ihre Religion kannte nicht nur Gut und Böse. Mit wenigen Ausnahmen hatte jeder „freundliche“ Gott auch böse Charakterzüge und umgekehrt. Für die Ägypter war es kein Widerspruch in ihrem Glauben, wenn die Göttin der Liebe, Hathor, in einer mythischen Geschichte auf die Erde niederging und die Menschheit in einem blutigen Gemetzel nahezu dahinraffte. (→ Von der Vernichtung der Menschheit).

Götter mit völlig gegensätzliche Eigenschaften

In der griechischen und römischen Mythologie sind die Eigenschaften der Götter klar definiert. Bei den Griechen z.B. gab es einen Gott der Sonne, der Erde, usw. Bei den Ägyptern gab es viele Erdgötter und noch mehr Götter, die mit dem Sonnenkult verbunden waren. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich ihr Wesen im Laufe der Jahrhunderte änderte. Götter wurden miteinander verbunden, ihre Attribute flossen ineinander über, zusätzlich zu den vielen Eigenschaften, die ein Gott je nach Zeit und Region eh schon gesammelt hat. So entstanden komplexe „Götterungetüme“, mit teilweise völlig gegensätzlichen Eigenschaften, die für unser heutiges Verständnis nur Verwirrung hervorrufen.