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Lebenslauf
Geburtsname:
Kleopatra VII. Philopator ("Vaterliebend")
Epitheton: (netjeret mer-i-es) ("Göttin, Geliebte ihres Vaters")

weitere Formen: Cleopatra
Lebenszeit:
69-30 v.Chr.
Regierungszeit:
51-30 v.Chr.
Eltern: Ptolemaios XII. (Regierungszeit: 80-58 und
55-51
v. Chr.) und eine unbekannte Mutter, wahrscheinlich aus
priesterlichen Kreisen
Geschwister:
Ptolemaios XIII. (* 61 - 47 v. Chr.), Ptolemaios XIV. (* 59 - 44 v. Chr.),
Arsinoe IV., (Kleopatra) Berenike IV.
Ehemänner:
Ptolemaios
XIII. (Regierungszeit 51 - 47 v. Chr.), Ptolemaios XIV. (Regierungszeit 48
- 44 v.Chr.), Marcus Antonius
Kinder:
mit Julius Caesar: Ptolemaios Caesarion, mit Marcus Antonius die Zwillinge
Alexander Helios und Kleopatra Selene, außerdem Ptolemaios Philadelphos
Grabstätte:
Mausoleum im
Alexandrinischen sema-Bezirk (?)

Die Ptolemäer
Die
Geschichte der Ptolemäer begann mit dem berühmten Griechen Alexander dem
Großen, der Ägypten von der persischen Herrschaft befreite. Nach seinem
Tod 323 v. Chr. wurden die eroberten Reiche unter seinen drei Generälen
aufgeteilt, wobei sich Ptolemaios die Krone Ägyptens aufsetzte. Er war der Sohn
des Lagos, weswegen die Ptolemäer manchmal auch als Lagiden bezeichnet werden. Dessen Frau Arsinoë stammt aus einer Seitenlinie des makedonischen
(nordgriechischen) Herrscherhauses.
Die Dynastie der makedonischen Ptolemäer war geprägt von Machtgeplänkel,
Inzucht und Mord. Trotzdem legten sie sich Titulaturen wie
Philadelphos ("Bruder/Schwester liebend"), Philopator
("Vaterliebend") und Philometer ("Mutterliebend") zu. Um
ihre gute Einstellung zum Volk zu zeigen hatten manche Beinamen
wie Euergetes ("Wohltäter"), Soter ("Retter"),
Epiphanes ("Gott erscheinend") oder Philopatris ("Vaterland
liebend"). Geheiratet wurden stets die Schwestern, so wie Ptolemaios
II. Philadelphos es eingeführt hatte. Gestört hat das niemanden, denn
diese Sitte war auch schon bei den ägyptischen Pharaonen bekannt.
Vielleicht hatten die Ptolemäer auch den allgemeinen Ausdruck für den
Ehepartner "Bruder" oder "Schwester" missverstanden.
Man
huldigte auch weiterhin die ägyptischen Götter und baute Tempel im
ägyptischen Stil mit griechischen Einflüssen zu ihren Ehren. Ägyptisch
lernte, außer die hier vorgestellte Kleopatra, keiner von ihnen.
Nach den ersten friedlichen 100 Jahren gingen die Intrigen los und um an die
Macht zu kommen schreckte man auch nicht vor Mord in der eigenen Familie
zurück. Da war z.B. Ptolemaios VIII. Euergetes, der auch Physkon
("Bierbauch") genannt wurde. Er soll den eigenen Sohn
aus der Ehe mit seiner Schwester umgebracht und ihm seiner
Schwester-Gemahlin zerstückelt zum Essen serviert haben.
Zum Reich der Ptolemäer gehörten, neben Zypern und Kyrene, auch Teile von
Syrien, die aber nach dem 5. Syrienkrieg verloren waren. Als Gouverneur der
Gebiete wurde immer die nahe Verwandtschaft, meistens die ehelichen und
unehelichen Söhne, eingesetzt.
Das Volk zeigte sich nach der anfänglichen Freude über die Befreiung der
Perser auch nicht gerade angetan von den griechischen Herrschern, was sie in Revolten und Aufständen zum
Ausdruck brachten. Dazu kam noch, dass sie unter den Fittichen Roms standen
und ständig mit der Angst leben mussten von der Übermacht
erobert zu werden. Trotzdem wurden alle Aufstände erfolgreich niedergeschlagen
und Ägypten war das Land, das sich am längsten gegen die Römer behaupten
konnte.

Die Familie
Kleopatras
Vater Ptolemaios XII., der vom Volk solch Beinamen wie "der
Flötenspieler" oder "der neue Dionysos" bekam, ging es mit
den Römern nicht anders. Er wurde zwar nach der Ermordung Ptolemaios IX. vom Volk anerkannt,
tat sich aber mit den Römern sehr schwer. Das Testament Ptolemaios XI
Alexander II hatte nämlich einen ganz anderen Pharao auf der Liste stehen.
Und so wurde er von den Römern erpresst und zu hohen Abgaben gezwungen.
Ptolemaios XII. kam auf die Idee durch Bestechung der römischen Machthaber
von Rom anerkannt zu werden, was ihm auch prompt gelang. Selbst Gaius Julius
Caesar bestach er mit 6000 Talenten. Das reichte, um den Senat von seinem
Herrschaftsanspruch zu überzeugen.
Doch leider
hörten die Probleme für ihn damit nicht auf. Die Römer nahmen die damals
zu Ägypten gehörige Insel Zypern gewaltsam in ihre Hand. Ptolemaios wagte
nicht dagegen zu protestieren, was den Unmut des Volkes regte. Auch die
hohen Steuergelder, die für die Bestechungsgelder erhoben werden mussten,
und die ewige Angst, dass Rom sie einfach überrannte, trugen nicht gerade
zu einer guten Stimmung des Volkes bei.
Von den einflussreichen Personen am
Hofe wurde Ptolemaios XII. schließlich gezwungen zu flüchten, wobei er in Rom in der
Villa des Pompeius Unterschlupf fand. Während seiner Abwesenheit regierten
seine Frau Kleopatra VI. (starb 57 v. Chr.) und seine Tochter Kleopatra
Berenike das Land, bis er 55 v. Chr. zurückkehrte. Dies verdankte er nur
der Unterstützung Roms und seinen Schuldnern, die einsahen, dass er ohne
auf den Thron Ägyptens zu sitzen, seine Schulden von gigantischen 17,5
Millionen Dinaren schwerlich begleichen konnte. Berenike weigerte sich aber
den Thron wieder herzugeben und so musste ihr Vater den Thron durch zwei
Schlachten zurückerobern. Seine Tochter wurde wegen ihrer
Aufmüpfigkeit ermordet. Ein Teil der römischen Truppen blieb in
Alexandria, um Ptolemaios vor seinem eigenen Volk zu schützen.
Als Nachfolger setzte er im Testament seinen 10-jährigen Sohn Ptolemaios
XIII und seine Tochter Kleopatra (VII. Philopator) fest. Seine Tochter war
auch schon in seinem letzten Regierungsjahr Mitregentin. Die beiden Geschwister mussten
heiraten und sahen ein katastrophales Ägypten vor sich - durch die hohen
Abgaben litt das Volk an großen Hungersnöten, die Leute flohen vom Land in
die Stadt und die Kriminalität hatte erschreckende Ausmaße genommen.

Caesar
und Kleopatra
Ein halbes Jahr lang hielt Kleopatra ihren älteren Bruder Ptolemaios XIII
Philipator Philadelphos erfolgreich aus den Regierungsgeschäften raus.
Wiederum dank Rom und seinen Ministern gelang es ihm jedoch den Thron zu bekommen und Kleopatra zu vertreiben.
Unterdessen regierte ein Mann namens Gaius Julius Caesar, geboren am 13.
Quinctilis (später von ihm umgeändert in julius/Juli) des Jahres 100 v.
Chr. die römische Großmacht. Sein größter Widersacher war derjenige,
der schon Kleopatras Vater bei sich aufnahm -
Pompeius. Nach langem Machtgeplänkel siegte schließlich Caesar und
verfolgte Pompeius bis nach Alexandria, wo er beim minderjährigen
Ptolemaios XIII. um der Freundschaft seines Vaters Willen, Unterschlupf
suchte. Die Ägypter fanden aber in Caesar den mächtigeren Verbündeten,
lockten Pompeius in einem Hinterhalt und schenkten Caesar den Kopf.
In Ägypten herrschte weiterhin Krieg zwischen Kleopatra und ihrem
älteren Bruder. Kleopatra erhoffte sich bei Caesar Hilfe. Erzählungen
zufolge, soll sie sich aus Angst vor der Armee ihres Bruders in einen
Teppich eingerollt haben und so unentdeckt zu Caesar gelangt sein. Dieser
war über diese List so beeindruckt und amüsiert, dass er für sie Partei
ergriff und ihr, gegen den Willen des Volkes, wieder den Thron neben ihrem
Bruder zuwies. Ihr jüngerer Bruder Ptolemaios XIV. und ihre Schwester
Arsinoe setzte er als Regenten von Zypern ein und so ging diese Insel nach
10 Jahren wieder zurück an die Ptolemäer.
Die Anwesenheit der Römer und die neuerliche Versöhnung der beiden
Herrscher gefiel den Alexandrinern gar nicht. Es kam zum so genannten Alexandrinischen Krieges, in dem die Ägypter unter der
Führung eines Mannes namens Potheinos, der auch schon bei der Vertreibung
Kleopatras mitwirkte, gegen die Römer kämpften. Doch Caesar nahm Ptolemaios XIII. als Geisel und schaffte es, trotz der Übermacht
der Ägypter, Teile der Stadt Alexandrias unter seiner Kontrolle zu
halten. Im Hafen steckte er Schiffe in Brand, aber das Feuer geriet außer Kontrolle
und ein Großteil der berühmten Bibliothek mit 40 000 Schriftrollen fiel den
Flammen zum Opfer. Caesar lässt Ptolemaios, der
Verhandlungsbereitschaft vorgetäuscht hatte, frei und wurde durch diesen
Fehler fast getötet. Rettung kam aus Kleinasien. Der Feldherr
Mithridates von Pergamon eilte Caesar mit seinem Truppen zu Hilfe und gewann
47 v. Chr. den Krieg. Ptolemaios wurde getötet und Caesar unternahm mit Kleopatra die legendäre Schifffahrt auf dem Nil.
Kleopatra bestieg nun den Thron zusammen mit ihrem 11-jährigen Bruder
Ptolemaios XIV. Philopator, der durch ein Testament, das die Römer
befolgen mussten, zum Nachfolger erklärt wurde. Er blieb aber im Laufe
seiner 4-jährigen Regierung, die durch Gift beendet wurde, immer im
Hintergrund.
Das Volk hasste Kleopatra und so musste Caesar als er 47 v. Chr. nach Rom
zurückkehrte, Truppen zu ihrem Schutz in Alexandria zurück lassen.
Kleopatra war zu dieser Zeit von ihm im 7. Monat schwanger. Am 23. Juni 47
wird Ptolemaios XV. Caesarion geboren. Ptolemaios, um die ägyptische Nachfolge zu
unterstreichen, Caesarion (kleiner Kaiser), um ihn als Erbe Caesars hervorzuheben.
Kleopatra folgte ihrem Geliebten nach Rom, um die Nachfolge ihres Sohnes von
Caesar, der übrigens mit Calpurnia verheiratet war, zu bestätigen. Die
Bürger Roms waren schockiert, konnten aber auch ihr Interesse an der
"Orientalin" nicht verbergen.
Kleopatra erreichte ihr wahrscheinliches Ziel nicht. Caesar setzte ein
Testament auf, in dem er Caesarion und seine Mutter nicht berücksichtigte
und machte Oktavian, seinem Adoptivsohn zu seinem Haupterben. In den Iden des März (15.3.) 44 v. Chr. wurde der
Tyrann, der sich am Ende seines Lebens mit Titeln überhäufen ließ und
den Senat anfeindete, durch denselbigen ermordet. Kleopatra flüchtete mit
ihrem Sohn zurück nach Ägypten. Kurze Zeit später starb
Ptolemaios XIV und Ihr Sohn Caesarion wurde mit 3 Jahren offiziell zum Mitregenten ernannt.

Marcus
Antonius
Nach Caesars Tod gelang es Antonius zusammen mit Oktavian die beiden
Caesarmörder Brutus und Cassius zu besiegen und er übernahm die
Organisation des Ostens. Kleopatra musste nach dem Tod Caesars neue
Verbündete für Ägypten suchen und reiste 41 v. Chr. an die Südküste
Kleinasiens, nach Tarsos (eventuell wurde sie auch von Antonius selbst
gerufen). Auf ihrem legendären Prunkschiff lud Kleopatra Antonius zu
einem großartigen Festmahl ein und schaffte es auch diesmal den
mächtigsten Mann Roms zu betören.
Dennoch konnten beide ein politisches Interesse an der Beziehung nicht
abstreiten.
Kleopatra brauchte Schutz und Macht. Antonius die ägyptischen Vorräte von
Gold und Getreide für sein Heer. Trotzdem schien die Liebe der
28-jährigen und des 42-jährigen im Vordergrund zu stehen, wie Berichte
erzählen. Im Jahre 40 v. Chr. kamen die beiden
Zwillinge Alexander Helios und Kleopatra Selene zur Welt.
Um die Verbindung mit Oktavian zu bestärken, heiratete Antonius 37 v.
Chr. die Schwester des Oktavian, Oktavia, aus
dessen Ehe zwei Töchter, beide mit dem Namen Antonia, hervorgingen. Aber
er
kehrte recht bald zu Kleopatra zurück und nahm sie 36 v. Chr. zur Frau. Ihr drittes Kind
trug den Namen Ptolemaios
Philadelphos.
Auf Geheiß seiner Gattin, ließ er ihre Schwester Arsinoë
töten.
34 v. Chr. ernannte er Caesarion zum "König der Könige" und
Kleopatra zur "Königin der Könige".
Kleopatra schenkte ihrem Gatten einen Tempel in Alexandria (vor dem
heutigen Obelisken am Petersplatz).
Doch leider währte ihr Glück nicht lange. Antonius stritt sich mit Oktavian immer mehr um die
Macht Roms. Senatoren,
die vorher zu ihm gehalten hatten, gingen wegen der Verbindung zu Kleopatra
auf die Seite Oktavians über.
Als die Römer ein Testament zu Gesicht bekamen, in dem Antonius Kleopatra und ihren Kindern das römische Reich
vererbte, rief der Senat Antonius offiziell zum Feind Roms aus. Oktavian
nutzte diese Gelegenheit das Volk gegen ihn anzustacheln und erklärte den
Krieg - nicht Antonius, sondern der Königin von Ägypten. Am 2. September 31 v. Chr.
kam es in Actium im Nordwesten
Griechenlands zur entscheidenden Seeschlacht. Kleopatras und Antonius'
Flotte war nach einer Seuchen- und Malariaplage, sowie etliche Deserteure,
die auf die Seite Oktavians herüberliefen, nur noch ein Schatten ihrer
selbst. Kleopatra konnte mit ihrem Schiff fliehen. Ob Antonius ihre Flucht
auf Grund der aussichtslosen Situation plante oder sie ihn im Stich ließ,
ist ungeklärt. Agrippa, ein sehr guter Freund Oktavians, siegte. Antonius
schaffte es aber noch zu entkommen. Aber der Untergang war nach dieser
entscheidenden Schlacht nicht mehr
aufzuhalten.
Am 1. August 30 v. Chr.
nahm Oktavian Alexandria ein. Als Antonius vom
fälschlichen Tod Kleopatras hörte, beging er Selbstmord und wurde von ihr
bestattet.

Das
Ende
Kleopatra wollte als letzten Versuch ihre Macht zu retten, noch ein mal
mit Oktavian reden oder, wie die römischen Quellen behaupten, den "tugendhaften"
betören. Es gelang ihr nicht und sie wurde festgenommen. Um der Schmach
zu entgehen in einem Triumphzug an Ketten durch Rom gezogen zu werden,
tötete sie sich am 12. August 30 v. Chr. der Sage nach mit einer Giftschlange
- dem ägyptischen Herrschaftssymbol. Damit
besiegelte sie nicht nur ihr Schicksal sondern auch das Ende des pharaonischen
Ägyptens. Das Land Kemet wurde zu einer römischen Provinz, die dem
Kaiser unterstand und durch einem von ihm entsandten Statthalter
(Präfekten) geführt wurde.
Kleopatra scheitere bei dem Versuch, Ägypten zusammen mit Rom wieder zu einer
Weltmacht zu führen. Ihr Sohn Caesarion wurde
von Oktavian getötet, ihre Zwillinge wurden von Antonius' geschiedener
Frau Oktavia großgezogen. Kleopatra Selene wurde 20 v. Chr. mit Juba II.
von Mauretanien verheiratet, Ptolemaios Philadelphos war von 23 - 40 n. Chr.
König von Mauretanien, bis er von Caligula hingerichtet wurde. Kleopatra
wurde von Oktavian zusammen mit Antonius im Mausoleum, das Kleopatra im
Alexandrinischen sema-Bezirk errichten ließ, bestattet. Die Mumien der
beiden wurden aber nie gefunden.
Oktavian änderte seinen Namen 27 v. Chr. in Augustus und ging als erster
römischer Kaiser in die Geschichte (und in die Bibel) ein. Über 3
Jahrhunderte blieb Ägypten die Kornkammer des römischen Reiches bis es
395 n. Chr. Teil des Oströmischen Reiches wurde und die ägyptische
Religion immer mehr der christlichen weichen musste.

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