Der Fluch des Pharao

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Gab es Tutanchamuns Fluch wirklich?

Am 4. November 1922 geschah ein Ereignis, das die ganze Welt bewegen würde: Howard Carter fand das versiegelte Grab des Tutanchamun.

Noch nie zuvor war es jemandem gelungen, ein noch nahezu unberührtes Grab zu finden. Voller Freude telegrafierte Howard Carter seinem Mäzen Lord Carnarvon und berichtete ihm von diesem unglaublichen Glück. Zu dieser Zeit konnte noch keiner ahnen, welch schlimmes Schicksal über den Lord kommen sollte…

Die Hauptpersonen – Lord Carnarvon und Howard Carter

Bild von Howard Carter und Lord Carnarvon aus dem Carter House in Luxor

Bild von Howard Carter und Lord Carnarvon aus dem Carter House in Luxor

Lord Carnarvon reiste 1909 das erste Mal nach Ägypten. Er war geschwächt von einem schweren Autounfall und das feuchte englische Klima drückte auf seine angeschlagene Gesundheit. Also verbrachte er, wie so viele reiche Herrschaften seiner Zeit, den Winter im warmen Ägypten. Dort entdeckte er sein Faible für die antike Kultur und engagierte sich bei archäologischen Ausgrabungen.

Ein paar Jahre später traf er auf Howard Carter. Dieser kam 1891 mit 17 Jahren als Zeichner für den „Egypt Exploration Fund“ nach Ägypten und arbeitete sich schließlich bis zum Generalinspektor der oberägyptischen Altertümerverwaltung hoch. Doch es kam zu einem Streit zwischen ihm und betrunkenen französischen Touristen. Carter wollte sich nicht dafür entschuldigen und quittierte lieber seinen Dienst.

Carter verdiente sich sein Brot mit der Malerei, als Antiquitätenhändler und Touristenführer – bis er auf Lord Carnarvon traf. Beide waren sich sofort sympathisch und ab 1909 wurde Carter vom wohlhabenden Lord finanziell bei seinen Ausgrabungen unterstützt. Carter machte ein paar archäologisch bedeutende Funde aber der große Coup blieb ihm viele Jahre verwehrt.

Erst am 04. November 1922 machte er die Entdeckung seines Lebens: das nahezu unberührte Grab des Tutanchamun. Vollgestopft mit so vielen archäologischen Sensationen, dass Howard Carter auf die drängende Frage des eiligst aus England angereisten Lord Carnarvons, was er denn durch das gebohrte Loch im Grab sehen könnte, nur „wunderbare Dinge“ sagen konnte.

Jane Loude Webbs Fluch
Die Geschichte über den Fluch des Pharao gibt es nicht erst seit Tutanchamun. Schon 1827 schrieb die 25-jährige englische Autorin Jane Loude Webb das Kinderbuch „The mummy: a tale of the 22nd century“. Das Buch handelt von einer Mumie, die den Held der Geschichte umbringt.

Die Geschichte über den „Fluch des Pharao“

Schon der Tag der Graböffnung war von bösen Omen begleitet. Eine Kobra beißt Howard Carters Kanarienvogel. Ausgerechnet eine Kobra – Symbol der Pharaonen – vergiftete den bei den Arbeitern beliebten Glücksbringer.

Einige Monate später sticht eine Mücke in Kairo Lord Carnarvon. Beim Rasieren erwischt er mit der scharfen Klinge den Stich und dieser entzündet sich. Sein Immunsystem ist nun so weit geschwächt, dass er eine Lungenentzündung bekommt. Im Fieberwahn schreit er „A bird is scratching my face. A bird is scratching my face.“1 (Ein Vogel zerkratzt mein Gesicht). Am 05. April 1923 stirbt Lord Carnarvon. Genau an seinem Todeszeitpunkt fallen in Kairo alle Lichter aus und Carnarvons Hündin Susie heult im weit entfernten England kurz auf und fällt danach tot um.

1zitiert aus Charlotte Booth: The curse of the mummy and other mysteries of ancient egypts, S. 185