Grab und Grabbeigaben

Das Grab - Wohnort der Toten

(Fast) wie in einem richtigen Haus

Als Wohnungen der Toten bestand ein Grab nicht nur aus einem Raum, sondern aus mehreren, mit langen Fluren und verwinkelten Nebenräumen, genau wie in einem richtigen Haus. Für die Toten war das Grab der Übergang zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. Während der tote Körper im tiefsten Bereich des Grabes lebte, opferten die Hinterbliebenen im oberen Kultbereich und sprachen Rituale für seine Wiederauferstehung und sein Wohlergehen im Jenseits.

Magische Malereien

Grab des Nacht (TT 52), Theben West Neues Reich, 18. Dynastie

Die Szene zeigt nicht nur eine Vogekjagd, sondern den Triumph der Ordnung über das Chaos
Grab des Nacht (TT 52), Theben West
Neues Reich, 18. Dynastie

Einige Abbildungen im Grab besaßen für die Ägypter eine tiefe Symbolik. Die eben angesprochenen Jagdszenen sorgten nicht nur für einen vollen Magen, sondern symbolisierten auch den Triumph der Ordnung über das Chaos. Szenen aus dem Leben des Verstorbenen, wie das Eintreiben von Steuern oder die Aufsicht über handwerkliche Arbeiten, betonten die Stellung des Verstorbenen im Jenseits.

Darstellungen von Festbanketten, die anlässlich von Totenfeiern wie „Das Schöne Fest im Wüstental“ abgehalten wurden, ließ den Verstorbenen zusammen mit seinen lieben Verwandten feiern. Auch dann noch wenn viele Jahre nach seinem Tod vergangen waren und sein Grab anlässlich solcher Feierlichkeiten nicht mehr besucht wurde. Szenen aus dem Totenkult, wie die Bestattungsprozession oder das Mundöffnungsritual (→ Bestattungsriten) halfen dem Verstorbenen, in das Reich des Osiris einzutreten und als Verklärter dort ein gerechtfertigtes Leben zu führen.