Die Mumifizierung

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Den Körper für die Ewigkeit erhalten


Während die christliche Religion glaubt, unsere Seele steige gen Himmel, während unserer toter Körper im Laufe der Zeit zerfällt, war im alten Ägypten ein Leben ohne intakten Körper nicht möglich. Die Seelen mussten ihren Körper wiedererkennen, nur so konnte der Verstorbene auferstehen und im Reich der Toten sein irdisches Leben fortsetzen. Deswegen entwickelten die alten Ägypter die Mumifizierung, um den Zerfall des Körpers zu verhindern. Doch wie kam es zu dem Glauben an ein Leben nach dem Tod?

Der Ursprung der Mumifizierung

Ein Schlüsselerlebnis könnte in der prädynastischen Zeit passiert sein. In dieser Zeit vergrub man die Toten einfach im Wüstensand. Die Trockenheit Ägyptens und die daraus entstandene Hitze des Sandes entzogen dem Körper alle seine Flüssigkeiten und gaben den Verwesungsbakterien keine Nahrung – die Toten wurden auf natürliche Weise mumifiziert. Man fand die gut erhaltenen Körper und war sich sicher, dass man nur durch Erhaltung des Körpers nach dem Tode weiterleben kann.

Priester mumifiziert den Grabherrn

Ein Priester mit der Maske des Anubis mumifiziert den Verstorbenen, der auf seiner Totenbahre liegt.
Grab des Sennedjem (TT1), Theben-West
Neues Reich, 19. Dynastie

Wie konnte man den Körper vor dem Zerfall schützen?

Als man in späterer Zeit begann, die Verstorbenen in aufwändigen Gräbern zu bestatten, stand man vor dem Problem, wie man auch ohne Wüstensand den Körper vor dem Zerfall schützen könnte. Wie ein Forscherteam 2014 durch chemische Analysen feststellen konnte, haben die Ägypter ihre Toten zwar schon in Einbalsamierungsflüssigkeit getränkt (siehe unten unter der Entwicklung der Mumifzierung), doch gab es nun keinen Hitze und trockenen Wüstensand mehr, der die Körper natürlich mumifizieren konnte.