Vom Ba und Ka

Anfang

Die Seelenvorstellungen

Für die Ägypter war der Tod erst der Anfang. Der Tod war das Ende eines begrenzten Lebens und der Neubeginn eines ewigen Daseins. „Du stirbst, dass du lebst“, so verlautete ein Text über das Leben nach dem Tod.


Der Weg zu einem ewigen Leben war allerdings nicht einfach. Nach dem Tod entflohen die „Seelen“ („Elemente“ würde es eigentlich besser treffen, aber dem Verständnis halber soll auch weiterhin von Seelen gesprochen werden) Ba und Ka aus dem Körper. Nur durch Rituale konnten sie dazu bewegt werden, wieder in den Körper zurückzukehren.

Von da an begann eine gefährliche Reise durch die Unterwelt, die der Verstorbene meistern musste, bis er vor dem Totengericht des Osiris stand. Ihn musste man davon überzeugen, ein rechtschaffenes Leben geführt zu haben. Erst dann konnte der Verstorbene in einem glücklichen, beseelten Zustand in den Iaru-Gefilden der Unterwelt leben. Er war nun ein Verklärter, ein vergöttlichtes Ach-Wesen, der den Göttern ins Antlitz schauen durfte.

Ka

Der sitzende Ka eines Beamten
Sakkara
Altes Reich

Die Aufgaben der Seelen Ka und Ba

Am Tage lag der tote Körper in seinem Grab. Sein Ka empfing die Totenopfer, die von den Lebenden bereitgestellt wurden. Seine Ba-Seele flog mit dem Sonnengott Re über das Firmament. In der Nacht, wenn der Sonnengott in seiner Barke die Unterwelt erleuchtete, vereinigten sich die Seelen wieder mit dem Körper – vorausgesetzt, er hatte eine gute Mumifizierung genossen, so dass der Verwesungsprozess aussetzte und sie ihren Körper wiedererkennen konnten.

An der Decke des Grabes von Neferrenpet fliegt der Ba seiner Gattin Mutemwia Grab des Neferrenpet (TT178), Theben-West Neues Reich, 19. Dynastie

An der Decke des Grabes von Neferrenpet fliegt der Ba seiner Gattin Mutemwia
Grab des Neferrenpet (TT178), Theben-West
Neues Reich, 19. Dynastie