Kleopatra

Anfang

Letzte Königin Ägyptens

Die Geschichte von Kleopatra beginnt mit ihren Vorfahren. Als der berühmte Grieche Alexander der Große, 332 v. Chr. Ägypten von der verhassten persischen Herrschaft befreite, wurden die eroberten Reiche nach seinem Tod 323 v. Chr. unter seinen drei Generälen aufgeteilt.


Kleopatras Vorfahr Ptolemaios setzte sich die Krone Ägyptens auf. Seine Frau Arsinoë stammte aus einer Seitenlinie des makedonischen (nordgriechischen) Herrscherhauses. Hauptstadt und neues Machtzentrum in Ägypten war die von Alexander gegründete Stadt Alexandria.

Kleopatra in Hieroglyphen
Kleopatra in Hieroglyphen. Hinter ihrem Eigennamen Kleopatra steht noch das Epitheton (Beiname) netjeret mer(et) ites, was so viel wie: „Göttin, Geliebte ihres Vaters“ heißt.

Kleopatras machtgierige Vorfahren – Die Ptolemäer

Die Dynastie der makedonischen Ptolemäer war geprägt von Machtgeplänkel, Inzest und Mord. Um an die Macht zu kommen oder seinen Thron zu sichern, schreckte man auch nicht vor Mord in der eigenen Familie zurück. Wenn die Kinder oder Geschwister zu aufmüpfig wurden oder die Eltern nicht vom Thron weichen wollten, mussten halt andere Mittel und Wege gefunden werden.

So geschehen bei Ptolemaios VIII., den man hinter vorgehaltener Hand Physkon („Bierbauch“) nannte. Er tötete seinen leiblichen Sohn und Widersacher und schickte ihn zerstückelt an seine Mutter Kleopatra II. Zuvor verführte und heiratete er aber noch ihre Tochter (seine Stieftochter und Nichte) Kleopatra III.

Der Name war bei den Ptolemäern nicht Programm

Ironischerweise legten sich die Ptolemäer Titulaturen wie Philadelphos („Bruder/Schwester liebend“), Philopator („Vaterliebend“) und Philometer („Mutterliebend“) zu. Um ihre gute Einstellung zum Volk zu zeigen, hatten manche Beinamen wie Euergetes („Wohltäter“), Soter („Retter“), Epiphanes („Gott erscheinend“) oder Philopatris („Vaterland liebend“).

Heirat unter Geschwistern

Geheiratet wurden stets die Schwestern, so wie Ptolemaios II. Philadelphos es eingeführt hatte. Gestört hat das niemanden, denn diese Sitte war auch schon bei den ägyptischen Pharaonen bekannt. Vielleicht nahmen sie auch die mythologische Geschwisterehe von Isis und Osiris oder von den griechischen Göttern Zeus und Hera zum Vorbild. Immerhin behaupteten die Ptolemäer, vom Göttervater Zeus selbst abzustammen.

Ptolemaios VII mit Arsinoe

Einer von Kleopatras Vorfahren der sich, wie alle anderen Prolemäer, trotz seiner griechischen Herkunft im pharaonischen Stil abbilden ließ.
Tempel von Deir el-Medina
Ptolemäerzeit

Reich und Einfluss der Ptolemäer

Man huldigte auch weiterhin den ägyptischen Göttern und baute ihnen zu Ehren Tempel im pharaonischen Stil mit griechischen Einflüssen. Ägyptisch lernte, außer der hier vorgestellten Kleopatra, keiner von ihnen.
Zum Reich der Ptolemäer gehörten, neben Zypern und Kyrene, auch Teile von Syrien, die aber nach dem 5. Syrienkrieg verloren waren. Als Gouverneur der Gebiete wurde immer die nahe Verwandtschaft, meistens die ehelichen oder unehelichen Söhne, eingesetzt.

Beim Volk unbeliebt

Das Volk zeigte sich nach der anfänglichen Freude über die Befreiung von den Persern allerdings nicht gerade angetan von den griechischen Herrschern, was sie in Revolten und Aufständen zum Ausdruck brachten. Zudem standen sie noch unter den Fittichen Roms und mussten ständig mit der Angst leben, von der Übermacht erobert zu werden.