Wie der Pharao aussah

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Ein idealisierter Held

In Stein gemeißelt sehen wir den Pharao mit ebenmäßigen Gesichtszügen, vollen Lippen, breitschultrig und mit schlanker Taille. Die ägyptischen Herrscher ließen sich idealisiert abbilden, in jugendlicher Schönheit, egal wie alt sie tatsächlich waren. Nur Wenige wichen von dieser Darstellungsweise ab.

Pharaos gottgleiches Aussehen

Pharao mit dickem Bauch, schiefer Nase, krummem Rücken und O-Beinen? – So konnte sich kein Gottkönig auf Erden abbilden lassen, auch wenn die Realität manchmal so aussah. Schönheit und Würde sollten Pharaos Statuen ausstrahlen. Der Betrachter sollte auf den ersten Blick sehen: Der König war den Göttern gleich. Seine Untertanen sahen das nicht so eng. Von ihnen kennen wir Bilder mit dicken Bäuchen (als Zeichen für ihren Wohlstand) oder körperlichen Gebrechen (zwergenwüchsig, Krüppelfuß). Doch auch wenn Gesicht und Körper eines Pharaos idealisiert dargestellt wurden, können wir bei Statuen davon ausgehen, dass zumindest einige Gesichtszüge dem ihrer menschlichen Vorbilder entsprochen haben.
Pharao Ramses II. in Memphis

Der breitschultrige Ramses II. mit idealisierten Gesichtszügen
Memphis
Neues Reich, 19. Dynastie

Welcher Pharao ist wer?

Bei den Reliefs, bei denen wir das Gesicht des Pharaos im Profil sehen, können wir die Herrscher nicht mehr ganz so gut voneinander unterscheiden. Hier war das auch nicht von Bedeutung, denn der Inhalt war hier wichtiger als die Darstellung. Hauptsache war, sein Name stand geschrieben. Denn ohne seinen Namen geriet er in Vergessenheit und konnte nicht bis in alle Ewigkeit existieren. Herrscher ließen sogar die Namen ihrer Vorgänger ausmeißeln und den ihren darüber schreiben. Aus XY gibt ein Opfer wurde YX gibt ein Opfer. Diese „Usurpation“, wie der Fachbegriff unter Ägyptologen lautet, finden wir, wenn auch nicht ganz so häufig, sogar bei Statuen. Obwohl sie von ihrem Gesicht her eindeutig einem bestimmten Pharao zugewiesen werden können, stehen doch die Königsamen eines anderen dort geschrieben.

Tief eingemeißelte Namenskartusche

Damit kein Nachfolger die Reliefs usurpieren konnte, meißelten die späten Ramessiden, wie hier Ramses III., ihre Namen tief in den Stein.
Tempel von Medinet Habu, Theben-West
Neues Reich, 20. Dynastie