Opet-Fest und Talfest – Feste zu Ehren der Götter

Das Talfest / Das schöne Fest im Wüstental

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Bis zu 40 Priester trugen die Amun-Statue beim Talfest (oder auch das schöne Fest im Wüstental) in einer feierlichen Prozession bis an das Nilufer. Dort verfrachtete man den Gott in seinem Schrein auf ein riesiges Schiff (zur Zeit Ramses III. war es 68m lang) und brachten ihn zum gegenüberliegenden Westufer nach Deir el-Bahari, dem so genannten „Wüstental“. Und von dort aus dann weiter zu allen dort gelegenen Totentempeln.

Feiern mit den verstorbenen Lieben

Das Volk nahm nicht an der Götterprozession teil. Sie feierten ihr Talfest, wie die Feierlichkeit auch genannt wurde, zusammen mit ihren verstorbenen Lieben auf der westlichen Seite des Nils.

Die Familienmitglieder versammelten sich dazu vor den Grabeingängen ihrer dahingeschiedenen Verwandtschaft, wo sie ein großes Festmahl abhielten. Der Verstorbene soll ebenfalls mit anwesend gewesen sein, wenn auch in einer anderen Sphäre.

Um in sie hinabzugleiten, versuchte die Verwandtschaft sich in einen Rauschzustand zu versetzen, was ihnen mit jeder Menge Alkohol gelingen sollte.

12 Tage feiern

Das Talfest fand beim ersten Neumond des zehnten Monats des Jahres statt.  Nach 12 Tagen endete das Fest und die Barke Amuns kehrte nach Theben zurück.

Das Schöne Fest im Wüstental ist seit der 18. Dynastie bekannt.

Musikantinnen im Grab des Nacht

Eine beliebte Darstellung in den Gräbern der Noblen ist das Talfest. Hier sieht man drei Musikantinnen mit Flöte, Laute und Harfe, die zur Unterhaltung der Gäste spielten.
Grab des Nacht (TT52), Theben-West
Neues Reich, 18. Dynastie