Kleopatra

Marcus Antonius

Kleopatras große Liebe

Nach Caesars Tod schloss sich sein Erbe Octavian mit zwei Konsuln, Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepidus, zu einem Triumvirat zusammen. Caesars Politik sollte weiterverfolgt und seine Mörder gestellt werden.

Antonius hatte Karriere in Caesars Armee gemacht und hatte immer tatkräftig unterstützt. Kurz vor Caesars Tod bekleidete er mit ihm zusammen das Konsulat, das höchste Amt Roms. Antonius hatte es wegen seiner lockeren und manchmal auch spitzbübischen Art im Volk zu einiger Beliebtheit gebracht.

Das Triumvirat

Nachdem nun die Caesarmörder gestellt waren, teilten die drei Männer das Römische Reich in drei Teile. Antonius übernahm die Organisation des Ostens. Was Caesar angefangen hatte, wollte Antonius nun zu Ende führen. Er nahm seine Soldaten und reiste mit dem Schiff nach Syrien, um von dort aus gegen Parther (Volk im heutigen Iran) zu Felde zu ziehen.

Kleopatra sucht neue Verbündete

Kleopatra musste sich nach dem Tod Caesars neue Verbündete in Rom suchen. Zu groß war die Gefahr, dass die Römer Ägypten nun annektieren und sie ihre Macht verlieren würde. So reiste sie 41 v. Chr. in der Absicht, den als Frauenheld bekannten Antonius für sich zu gewinnen, an die Südküste Kleinasiens, nach Tarsos.




Die Verführung – Das Prunkschiff Kleopatras

Auf ihrem legendären Prunkschiff lud Kleopatra Antonius zu einem großartigen Festmahl ein. Der Römer war von der Pracht, die sich ihm bot, geblendet. Doch Kleopatra lächelte nur und machte ihm alles zum Geschenk. Am darauffolgenden Tag kam Antonius mit seinem Gefolge erneut zu einem Festmahl, das noch größer und prächtiger war als das erste. Alles was sie sahen, das Tafelgeschirr, die Teppiche und Regale und sogar die Sofas auf denen sie gesessen hatten, durften sie behalten. Und mit jedem Tag übertraf sich die Königin selbst. Sie soll sogar ihre größte und schönste Perle in einem Becher Wein aufgelöst haben. So schaffte sie es erneut, den mächtigsten Mann Roms zu betören.

Politisches Kalkül oder echte Liebe?

Obwohl sich die beiden sicher geliebt haben, gab es durchaus auch ein politisches Interesse an ihrer Beziehung. Kleopatra brauchte Schutz und Macht. Antonius die ägyptischen Vorräte von Gold und Getreide für sein Heer. Trotzdem schien die Liebe der 28-jährigen und des 42-jährigen im Vordergrund zu stehen, wie Berichte erzählen. Im Jahre 40 v. Chr. kamen die beiden Zwillinge Alexander Helios und Kleopatra Selene zur Welt.

Kleopatras Kinder

In Rom war man empört über die Verbindung mit der „Orientalin“, doch Antonius‘ Treue gehörte zu diesem Zeitpunkt noch seinem Vaterland. Um die Verbindung mit Octavian zu bestärken, heiratete Antonius 37 v. Chr. dessen Schwester Octavia. Zwei Töchter, beide mit dem Namen Antonia, gingen aus der Ehe hervor (einfallsreiche Namensgebungen sowohl auf römischer als auch auf ägyptischer Seite). Aber er kehrte recht bald zu Kleopatra zurück und nahm sie 36 v. Chr. zur Frau. Ihr drittes Kind trug den Namen Ptolemaios Philadelphos.

Arsinoes Tod

Kleopatra hatte großen Einfluss auf Antonius und überredete ihn, ihre Schwester Arsinoe in Griechenland zu töten. 34 v. Chr. ernannte er Caesarion zum „König der Könige“ und Kleopatra zur „Königin der Könige“.

In Rom gärt es

Doch leider währte ihr Glück nicht lange, denn Antonius‘ Liebe zu Kleopatra wurde in Rom mit großer Skepsis verfolgt. Einem römischen Bürger war es untersagt, eine Ausländerin zu heiraten und außerdem war er noch mit Octavia verheiratet und Bigamie war im alten Rom verboten.

Octavians Propaganda

Octavian wollte Antonius mittlerweile nur noch loswerden, um seine Macht mit niemandem mehr teilen zu müssen.

Doch es gab noch viele Fürsprecher für den genialen und bei vielen Römern beliebten Feldherrn Antonius. So mancher einflussreiche Bürger hielt Octavian abschätzig seine geringe Abstammung und sein schwächliches Äußeres vor. Octavian wagte es daher nicht, direkt gegen Antonius zu sprechen, geschweige denn, gegen ihn in den Krieg zu ziehen, denn er fürchtete einen schlimmen Bürgerkrieg, wie Rom ihn in den letzten Jahrzehnten so oft ertragen musste. So hieß sein Opfer Kleopatra und er stachelte das Misstrauen gegenüber der ägyptischen Königin (und somit indirekt auch gegen ihren Mann) weiter an. Er ließ Geschichten verbreiten, sie hätte Antonius verhext und plane einen griechisch-asiatischen Feldzug gegen Rom.

Ein pikantes Testament

Doch als Antonius damit anfing, östliche Länder Roms an Kleopatra und ihre gemeinsamen Kindern zu verschenken und sich dann noch von seiner sehr beliebten römischen Frau Octavia scheiden ließ, brachte er das Fass zum Überlaufen.

Octavian nutzte die Chance, auch noch seine letzten Sympathisanten zu vergraulen und zwang die Vestalinnen (Priesterinnen), das angebliche Testament Antonius‘ herauszurücken. Ein Sakrileg! Doch was die Römer dort zu lesen bekamen, ließ den Frevel Octavians in den Hintergrund rücken. Octavian ließ vor dem gesammelten Volk verkünden, Antonius hätte seinen Kindern Teile des römischen Reiches vererbt, Caesarion als Sohn Caesars legitimiert und wünsche, statt in seiner Heimat Rom, in Ägypten neben seiner Königin bestattet zu werden. Das war zu viel!

Es war nun offensichtlich, dass Antonius den Bezug zu Rom komplett verloren hatte. Der Senat enthob Antonius all seiner Ämter. Doch Octavian blieb seiner Linie treu und hütete sich davor, einen Bürger Roms öffentlich anzufeinden. Schließlich erklärte man Kleopatra zur Staatsfeindin Nummer 1 und erklärte ihr den Krieg. Somit war auch Antonius‘ Untergang besiegelt.