Der Tempel – Lage und Architektur

Außenhof, Peristyl und Hypostyl

Inhaltsverzeichnis

Durch das Portal hindurch kamen die Priester in den Außenhof, der komplett oder zumindest teilweise aus einem Säulenhof (Peristyl) bestand. Herrscher und bedeutende Persönlichkeiten stifteten für den Säulenhof Statuen mit ihrem Abbild, damit die Ka-Seele nach dem Tod dort wohnen und den Göttern ganz nah sein konnte.

Gespendete Statuen für ein ewiges Leben

Die alten Ägypter erhofften sich, dass der Name auf ihren Statuen ausgesprochen und sie so ewig weiterleben würden. Auf manchen standen sogar Sprüche wie: wenn du meinen Namen und die Opferformel (die Ägypter glaubten, dass Worte alleine sie schon magisch ernähren konnten) aussprichst, dann gebe ich deine Gebete an die Götter weiter. Vielleicht sollten die Statuen auch am „Opferumlauf“ (Speisen wurden den Göttern geopfert (und danach von den Priestern verspeist)) selbst teilhaben.

Viele, viele Statuen
Das Problem der Peristyle war, dass sich im Laufe der Zeit eine Unmenge an Statuen sammelten. Große Gruben wurden daher ausgehoben und die älteren Statuen einfach hineingelegt. Ein Glücksfall für Archäologen. So wurden im Nordhof des 7. Pylons des Karnak-Tempels über 900 Statuen gefunden, von der 20. Dynastie bis zur ptolemäischen Epoche.

Peristyl des Horus-Tempels in Edfu

Das Peristyl des Edfu-Tempels

Das Hypostyl – Ein Wald von Säulen

Über den Hof kamen die Priester in das Hypostyl. Ein dichter Wald aus Säulen trug eine steinerne Decke, die mit zahlreichen Sternen verziert war. Die oberen Enden der Säulen konnten die unterschiedlichsten Formen haben. Etwa 30 sind bis heute bekannt. Die häufigsten zeigen steinerne Papyruspflanzen oder Lotusblumen.

Hypostyl im Abydos-Tempel

Hypostyl mit Papyrussäulen im Tempel Sethos I. in Abydos. Die kleinen Luken in der Decke waren auch damals schon die einzigen Lichtquellen.